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	<title>Wolf Hunger</title>
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	<description>Ein Heulen in der Nacht. Ein Biss in die Kehle. Eine gute Zeile.</description>
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		<title>Wolf Hunger</title>
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		<title>Reden wir über Revolution, reden wir über Sex.</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Apr 2008 17:23:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolfhunger</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Revolution]]></category>
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		<description><![CDATA[Moment – das galt mal für Kuba und vielleicht noch für die Studenten von 1968. Heute verhüten selbst kritische Geister mit dem Kondom des Konsenz.
Es geschah irgendwann im Sonnenuntergang der 80er Jahre. Da legte sich die urdeutsche Firma Mercedes-Benz eine neue, freche Werbeagentur zu und pflasterte den Blätterwald der Illustrierten mit einer Anzeige, die auf [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wolfhunger.wordpress.com&blog=2589057&post=21&subd=wolfhunger&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><strong>Moment – das galt mal für Kuba und vielleicht noch für die Studenten von 1968. Heute verhüten selbst kritische Geister mit dem Kondom des Konsenz.</strong></p>
<p>Es geschah irgendwann im Sonnenuntergang der 80er Jahre. Da legte sich die urdeutsche Firma Mercedes-Benz eine neue, freche Werbeagentur zu und pflasterte den Blätterwald der Illustrierten mit einer Anzeige, die auf ihre Art schon ziemlich visionär war. Doppelseitig funkelte ein wunderbares, silbernes 68er Mercedes-Coupé, wie neu und sofort startbereit in den großen eskapistischen Traum. Darüber die Headline: „Was ist bloß aus den 68ern geworden?“ Großer Erfolg, die Agentur bekam den Job für die nächsten 20 Jahre. Und wieder ein Sieg für den Kapitalismus. Warum? Weil der mit seiner Kohle es einfach drauf hat, die Köpfe der Kreativen einzukaufen. Oder was soll man davon halten, wenn der Intendant des Berliner Ensembles, Claus Peymann, sich bereit erklärt, für eine entsprechende Summe einen neuen Benz ins Foyer der ehrwürdigen Brecht-Bühne zu stellen? Verrat schreien, was sonst? Vorsicht! Nicht nur, dass Peymann mit der Kohle vom großen Autobruder die Inszenierung eines unbekannten Autors finanzieren möchte, die verdammt subversiv daherkommt, samt Kreuzigung eines hassenswerten Bank-Vorstands. Wir wollen obendrein nicht vergessen, dass genau dieser von uns allen verehrte Brecht in jungen Jahren einen schweren Autounfall hatte. 1929 war´s, und er krachte frontal in einen Alleebaum mit seinem Steyr. Stieg nahezu unverletzt aus und ließ sich wenig später lässig an dem Wrack lehnend fotografieren. Verbunden mit dem Werbeslogan: “Ein Steyr ist so sicher, dass man damit sogar einen schweren Unfall überlebt.“ Sein Lohn für die kleine Freundlichkeit gegenüber der Firma Steyr: ein neues Auto. Kostenlos vor die Tür des urlinken Aufklärers. In späteren Jahren ließ er sich übrigens nur noch chauffieren.</p>
<p>So gesehen passt auch ein weiteres Zitat vom unangreifbaren Brecht ganz gut: „Sozialist zu sein bedeutet nicht, Asket zu sein.“ Und wer erinnert sich nicht an die Saga vom nützlichen Idioten, den man gern benutzt, um übergeordnete Ziele zu verwirklichen? Mal was Böses tun, um Gutes zu erreichen! Was das alles mit den 68ern und Studenten überhaupt zu tun hat? Denkt mal nach, um was sich der Brummkreisel der Diskussionen seit Jahren dreht. Tauchen Fragen und Statements auf, wie der „Verkauf der Ideale“, der „Faschismus von links“ oder – noch bizarrer – Pamphlete wie „Der große Selbstbetrug“ vom Chefredakteur der Bild-Zeitung. Darin verbreitet Kai Diekmann die These, dass die 68er für so ziemlich alles verantwortlich sind, was in der wiedervereinten, bundesrepublikanischen Gesellschaft schief läuft. Hat der ein Glück! Leben wir doch in einer lupenreinen Demokratie, die selbst die widerlichsten Kreaturen von Journalisten ungeschoren davonkommen lässt.</p>
<p>Geschichte „68er“</p>
<p>Fällt euch was auf? Selbst nach 40 Jahren sind die 68er nach wie vor ein schlagzeilenträchtiges Thema in diesem Land. Die seriösen Fernsehsender überbieten sich in Sondersendungen und Dokumentationen. Immer wieder Benno Ohnesorg, Rudi Dutschke, nicht zu vergessen Rainer Langhans und Uschi Obermaier. Okay, meinetwegen auch noch Joschka Fischer. In jedem Fall könnte der Verdacht aufkommen, jede Bewegung braucht Köpfe genauso wie Märtyrer, Führer genauso wie Fußvolk.</p>
<p>Die Megaphone der Geschichte bestätigen diesen Verdacht sofort mit hohen Dezibelzahlen. Wir sollten alle rufen: zu Recht, zu Recht! Oder erinnert sich jemand von euch an die 73er, die 88er oder 95er? Ganz zu schweigen von den aktuellen Jahrgängen, die im Vergleich zu den 68ern wie eine wabernde, graue und amorphe Masse daherkommen. Dabei gäbe es auch heute genügend Gelegenheiten, wütend auf die Straße zu gehen. Mindeststudienzeit, Studiengebühren oder Elite-Gedanken seien hier mal als Beispiele an die Wand gesprüht. Was damals Vietnam war, könnte heute der Irak sein. Oder wie schaut´s mit dem Zynismus, der als parlamentarische Antwort in die Mikrofone gegreint wird, um der drängenden Frage der neuen Armut zu begegnen? Achtung, aufgepasst: was passiert, liebe Leute? Außer ein paar zaghaften Häuflein von Aufrechten nichts, nothing, niente.</p>
<p>Da kann ja selbst der gläubigste Optimist auf die altlinke Idee kommen, dass der moderne Student nur an sein kleines, kümmerliches Vorwärtskommen denkt. Besonders die BWLer oder die Medien- und Kommunikationswissenschaftler sind als Speerspitze fleißig dabei, sich schon heute als Elite von morgen zu sehen. In vorauseilendem Gehorsam eingeschüchtert vor den Toren von, sagen wir mal, Daimler-Benz, katzbuckeln sie bis zur Kniescheiben-OP. Oder vor der Deutschen Bank, Roland Berger und allen anderen Karriereschuppen. Mit einer frischen Angst-Impfung in den Venen versuchen sie wie die Karnickel, ihren eigenen Arsch zu retten, um ihn ein paar Jahre später in einem von der Deutschen Bank finanziertem Eigenheim zu wärmen. Keimfrei abgeschirmt von den Langzeitarbeitslosen, den Migranten-Gangs und der gelben Gefahr aus China. Oh, ich hab die Inder vergessen! Dumm nur, das ebendiese kommen werden, nicht als kleine Grüppchen, sondern als Armeen. Und sie kommen genau vor die Tür der alarmgesicherten Kleinbürger-Festungen, Fenster und Biografien werden bersten. Es wird knallen, liebe Leute! Und nicht nur da, auch in den intellektuellen Freihandelszonen, in denen es sich alle kritischen Geister gemütlich gemacht haben.</p>
<p>Geschichte „68er“</p>
<p>Warum das? Weil niemand von uns, niemand von den heute studierenden Stützen der Gesellschaft sich selbst reflektiert, keine nützlichen Idioten ausbeuten will (außer den eigenen Eltern vielleicht), keine Lust auf die Lust des Protestest oder seine Insignien hat: Sex durch Widerstand, Sex durch Veränderung, Sex durch Kampf. Nein, die neuen Studenten werden eines Tages Sex mit ihrem russischen Kindermädchen haben, überzeugte Anhänger von Schwarz-Grün sein und der Werbung eines deutschen Autobauers erliegen, der vom Führer über afrikanische Diktatoren bis zum Investmentbanker alle bewegt hat, die ungefähr so sexy sind wie Fußpilz. Moment, Moment, mein lieber Querkopf. Was ist denn – bitteschön – mit dem fetten 600er Mercedes von Fidel? Gottchen, könnt ihr euch doch selbst beantworten.</p>
<p>Wenn das schwer fallen sollte, kommt hier ein finaler Tipp: Geldwert, dennoch umsonst. Freiheit beginnt bekanntlich im Kopf. Gut, Philosophie für 50 Cent ausm Kaugummi-Automaten. Und Großmuttern hatte in ihrem Zimmer ein Holzschildchen hängen, auf dem stand: „Wenn du glaubst, es geht gar nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.“ Sie wurde 101 Jahre alt und verbat sich seit ihrem 80zigstem jeden Besuch vom Provinz-Bürgermeister. Die alte Dame hat nie eine Uni von innen gesehen, aber dem Leben und allen Vorschriften sowas von Kontra gegeben, als wenn sie jahrzehntelang mit unzenschweren Boxhandschuhen gekämpft hat. Hoffe, der Startschuß ist jetzt gefallen. Laufen, laufen, laufen, kämpfen, kämpfen, kämpfen. Mehr Sex geht nicht.</p>
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		<title>Der Alltag ist eine hässliche Ratte. Darauf einen Schluck, eine Line, einen Zug!</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Apr 2008 17:22:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolfhunger</dc:creator>
				<category><![CDATA[GeschichtenKURZ]]></category>
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		<description><![CDATA[„When the best of men take drugs, isn´t it the fool who doesn`t?“ Human League, 1981. „The drugs don´t work.“ The Verve, 1997. Ja, was denn nun? 
Wenn ich am Wochenende mittags aus dem Fenster schaue, sehe ich Menschen, die nicht so recht ins Bild passen wollen. Schon gar nicht jetzt, im Winter, wo sie [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wolfhunger.wordpress.com&blog=2589057&post=19&subd=wolfhunger&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><strong>„When the best of men take drugs, isn´t it the fool who doesn`t?“ Human League, 1981. „The drugs don´t work.“ The Verve, 1997. Ja, was denn nun? </strong></p>
<p>Wenn ich am Wochenende mittags aus dem Fenster schaue, sehe ich Menschen, die nicht so recht ins Bild passen wollen. Schon gar nicht jetzt, im Winter, wo sie alle ins nahegelegene Einkaufscenter hasten, voller Heißhunger auf den goldenen Tempel der schnellen Befriedigung. Geld für Ware, Ware statt Liebe, Konsum als Droge. Kommen sie zurück, in jeder Hand drei Tüten mit dem Neuesten, was ihnen die Werbung entgegen gebrüllt hat, treffen sie auf diese merkwürdigen Gestalten. Und die, nun ja, sind wohl auch auf Droge.</p>
<p>Für Sekunden begegnen sich die dedopten Welten, beäugen sich gegenseitig voller Verachtung, Fraktion Media-Markt zieht kopfschüttelnd weiter Richtung Heimkino, Kampfgruppe Galaktika igelt sich wieder in die tageslichtresistente Höhle ein. Dunkel, schmutzig, laut. Man raunt sich zu: Ein Underground-Club, ein Underground-Club! Nach meinem Einzug habe ich mir wochenlang das seltsame Treiben gegenüber wie einen Film über die Gebräuche ferner Völker angeschaut und versucht, eine Struktur zu erkennen. Gar nicht so einfach! Man denkt sich, verwirft wieder, glaubt dann, aber auch noch nicht richtig. Große Neugierde baut sich auf und navigiert den Dichter zielsicher auf die einzig mögliche Ausfahrt: persönliche Recherche. Wenn ihr wirklich wissen wollt, was läuft, müsst ihr ran an den Braten. Also, lass ich mich reinfallen in das dunkle Loch und stell mich den finsteren Mächten.</p>
<p>Kaum schließt sich die Tür hinter mir, steckt mir ein Mädchen einen Fruchtgummi in den Mund, verbunden mit der freundlichen Bitte um fünf Euro Eintritt. Wo sind die Drachen, die Monster, die Zombies? Abwesend. Ich bin in einen Kindergeburtstag geraten, einzig die bösen Eltern fehlen. Alle lächeln, zappeln friedlich vor sich hin oder hocken zu dritt, zu viert als Knäuel auf ausgefurzten Sofas. An der Bar weiterhin Freundlichkeit und kleine Preise. In den schicken Clubs, wo gern die gesehen werden, die schon von Amts wegen ganze Armeen gegen die dämonischen Drogen auffahren, hätte ich schon einen lächerlichen Türsteher, ein paar agressive Ellbogenchecks und das unvermeidliche Szene-Model hinter mir, die mit arroganter Geste fast das Doppelte für nen Gin-Tonic verlangt.</p>
<p>Im Untergrund des Vergnügens ist alles easy, fast wie im Jugendzentrum, in dem ich vor vielen Jahren mein erstes Rendezvous mit Alkohol hatte. Hier wie damals erotikfreie Zone, betont ungezwungene Uniformierung in Converse, Kapuze und keiner-soll-mir-unter-den-Rock-gucken-können-Look.</p>
<p>Aber dann, schwartenfette Beats, da geh ich mal ein Zimmer weiter. DJ aus London! Oho! Leider hat er vergessen, ein paar Stilikonen aus der Themsestadt mitzubringen. Noch ´n Räumchen mit Sofas dahinter, zwei Schwule knutschen drauf. Kümmert niemanden, totale Toleranz. Da, aufm nächsten Sofa, endlich! Zwei komatöse Gestalten, zu nichts mehr fähig. Drogenleichen, erwischt! Ähnliches hab ich allerdings schon in vielen Kneipen gesehen, da waren zu viele Biere und Kurze im Spiel. Beobachte allerdings, dass sich auffällig oft Paare zusammenfinden und ins Obergeschoß stolpern. Da scheint´s zur Sache zur gehen! „Was´n da oben?“ frag ich einen Smiley neben mir. „Toiletten!“ Verstehe, könnte interessant werden. Stolper ebenfalls die enge Holzstiege hoch, anders kann man die nicht nehmen. Beim nüchtersten Gott von allen nicht!</p>
<p>Gibt Zeichen, die auf Geschlechtertrennung hindeuten. Nur, sie laufen wie die Ameisen hin und her, da kommen zwei Frauen von rechts, eigentlich Männerrevier, links drängen sich ein Mann und zwei nervöse Mädchen in die Kabine. In meiner Verwirrung spreche ich ein nachtgegerbtes Ledergesicht an, verstehe nicht, was er sagt, aber seine Hand auf meinem Arm meint: „Warte, gleich sind wir dran.“ Keine zwei Minuten später stehen wir in der feuchten Kabine. „Wie viel?“ fragen mich zwei Riesenpupillen. Jetzt nur nichts verkacken, erfahrenen Eindruck machen und kein offenes Feuer, um eine Explosion des menschlichen Dynamits mir gegenüber zu vermeiden. Wähle die Dichter-Nummer: „Weiste, bin nur hier, um über die Underground-Szene zu schreiben. Knallharte Recherche, leider ohne Kohle, so ´ne Art armer Künstler.“ Wildes Flackern in seinen Augen – ich bin geliefert! –, dann ein Lächeln, eine flinke Handbewegung und ein Papier entfaltet sich unter meiner Nase. „Für dich. Seh´ in deinen Augen, dass du ein guter Mensch bist.“ Was der alles sieht. Knallharte Recherche, kein Zurück. Rüsseln, hochziehen, Feuersturm in der Nase.</p>
<p>Komme vor dem Klo wieder zu mir. Ein Soziologie-Student fragt schüchtern: „Kannst du mich glücklich machen?“ „Tut mir leid, bin hetero.“ Sein verwirrter Blick verrät mir, dass hier jemand was missverstanden hat. Und das bin ich. Schalte schnell und verweise ihn auf das Keith-Richards-Lookalike. Später seh ich das Kerlchen dann zum Londoner Elektro-Beat bizarre Tänzchen aufführen. Sieht so Glück aus? Geld ist alle, also nach Hause. Gespräche sind mir leider nicht gelungen, sämtliche Interviewpartner haben spätestens nach der zweiten Frage kapituliert.</p>
<p>War dann 24 Stunden wach, eine Übersprungshandlung folgte der nächsten, Putzen, Kisten von links nach rechts und wieder zurück räumen, allerlei Freund angerufen, bei denen ich oft schon die erste Frage nicht seriös beantworten konnte. Fühlte mich wie ein Spielzeugäffchen, das unaufhörlich in die Hände klatscht, befeuert von Longlife-Batterien. Ja, ich war einer von den seltsamen Figuren, die ich immer von meinem sicheren Posten aus beobachtet hatte.</p>
<p>Die taumeln da immer noch am helllichten Tag raus, rennen todesverachtend über die Straße, mit rudernden Armen, Taxi! Klar, der Kater wird kommen. Wahrscheinlich brutaler als nach ner Bier-Sause. Sie werden´s wieder machen, jede Generation macht´s wieder, es wird Tote und Überlebende geben. Lösung, Ausweg? Warum? Es wäre schon viel gewonnen, wenn jeder von uns versuchen würde, das Feuerwasser des Konsums durch die Lust an allem zu löschen, was ihm gut tut. Liest, schreibt, malt, schreit, tanzt, verändert. Denkt radikal: Selbst anerkannte Wissenschaftler halten eine Drogen-Freigabe im Rahmen staatlicher Kontrolle für sinnvoll. Der Staat natürlich nicht, der braucht Feindbilder. Also, Freunde, bleibt clean oder auch nicht. Nur: Wachsamkeit zählt. Alltag, Staat und Repression sind harte Gegner, denen wir uns stellen müssen.</p>
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		<title>Weihnachten 2007. Und der Staat hat garstige Geschenke für uns.</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Apr 2008 17:21:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolfhunger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Jahr geht zu Ende. Und mit ihm ein weiteres Stück Demokratie. Aber: Interessiert das überhaupt noch jemanden?
Das Jesuskind, die Bibel, die Barmherzigkeit. Selbst, wer übers Jahr keinen Fuß in irgendein Gotteshaus gesetzt hat, kann dem Fest der Liebe und seinen Vorläufern kaum entkommen. Lebkuchenherzen von der Liebsten schmecken besonders gut, wenn der steife Nordwestwind [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wolfhunger.wordpress.com&blog=2589057&post=7&subd=wolfhunger&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><strong>Das Jahr geht zu Ende. Und mit ihm ein weiteres Stück Demokratie. Aber: Interessiert das überhaupt noch jemanden?</strong></p>
<p>Das Jesuskind, die Bibel, die Barmherzigkeit. Selbst, wer übers Jahr keinen Fuß in irgendein Gotteshaus gesetzt hat, kann dem Fest der Liebe und seinen Vorläufern kaum entkommen. Lebkuchenherzen von der Liebsten schmecken besonders gut, wenn der steife Nordwestwind die ersten fetten Schneeflocken gegen die Fenster schleudert, wo sie satt schmatzend dem Sims entgegentriefen. Unten steht dann einer an den hundert Briefkästen und flucht, als ihm die Schmelze erst auf die Stirn, dann auf die Nase und schlussendlich auf einen Umschlag vom JobCenter trieft. Wo eben noch ein millimetergroßer Datumsstempel war, zerfließt jetzt nur noch eine Suppe mit Fettaugen staatlicher Überwachung obendrauf. Das Auge sieht den froschgrünen Zusteller um die Ecke enteilen, und der gibt Gas, damit ihm kein anderer Gewinner des Aufschwungs seinen untertariflichen Job streitig machen kann.</p>
<p>Kermit strampelt im Auftrag des Staates zickzack, weil er selbst nicht so recht weiß, ob er seiner Familie zu Weihnachten noch das Geschenk des Mindestlohns machen kann. Kann er nicht, gerade ist Müntefering zurückgetreten. Mit 67. Sehr verwirrend das, Frau schwer krank. Da kann man nichts sagen, außer ihm und überhaupt alles Gute zu wünschen. Irgendwie ist das ja auch nur konsequent von ihm, mit 67 in Rente zu gehen – da ist mal einer seinen eigenen Prinzipien gerecht geworden!</p>
<p>Nur, was soll der Bauarbeiter machen, dessen Frau ebenso schwer an einer furchtbaren Krankheit leidet? Oder der Müllmann, der seit dreißig Jahre die Tonnen schleppt, bis der Rücken schon mit Mitte Fünfzig schief und krumm ist? Können die einfach so nach Hause gehen, sich oder die Liebste pflegen, weil sie wissen, dass die Pension dicke reicht? Können sie nicht. Dumm für die SPD. War mal die Partei der Arbeiter und Unterdrückten. Tja, ist lange her.</p>
<p>Aber die Stützen der arbeitenden Gesellschaft können abends in den Nachrichten ein parlamentarisches Wunder bestaunen: Das Turbo-Gesetz!, Die Lichtgeschwindigkeit, in der es doch möglich ist, einen Gesetzentwurf innerhalb einer Woche erfolgreich durchs Parlament zu peitschen. Gerade recht zum Jahresende werden die Hartz-IV-Sätze erhöht. Entschuldigung, wir haben uns verhört. Es sind die Diäten der Abgeordneten, die in – immerhin – zwei Schritten um 9,4% erhöht werden. Das sind dann ab Januar 2009 ziemlich genau 7668,- € für jeden Abgeordneten. Plus noch tausend weitere Vergünstigungen, Zulagen und so weiter.</p>
<p>Na, muß sich niemand Sorgen um die demokratisch gewählten Volksvertreter und ihre Familien machen, da wird schon was unterm geschmückten Tannenbaum liegen. Nicht zu knapp! Übrigens auch für die, die das Gesetz abgelehnt haben: die Abgeordneten der FDP, der Linken und der Grünen.</p>
<p>Das Volk selbst, nun ja. Gibt schon noch ein paar Milliönchen, an denen das neue Wirtschaftswunder wie ein ICE vorbeigefegt ist. Die stehen stumm am Bahnsteig und warten auf einen Fahrplan, der ihnen den Weg aus dem Elend weist. Oder siebt der demokratische Sozialstaat genauso gnadenlos aus wie die Wirtschaft mit ihren kapitalistischen Überlebensphantasien? Oder hat der Staat als Marionette der Wirtschaft gar keine andere Wahl mehr, als genauso zynisch zu agieren?</p>
<p>Wer eine andere Erklärung hat, ist herzlich eingeladen, sie mir mitzuteilen. Aber bitte bedenken: Grundnahrungsmittel wie Milch, Butter und Brot sind in den letzten Wochen bis zu 30 % teurer geworden. Wohlgemerkt: Wir sprechen nicht von Hummerschwänzen, Parmaschinken oder Champagner. Wir sprechen von GRUNDNAHRUNGSMITTELN. Trotzdem wird von Seiten regierender Parteien eine Erhöhung der Hartz-IV-Sätze abgelehnt, mit der Begründung, man müsste doch erstmal eine Kommission einberufen, und das braucht Zeit. Bis dahin könnte sich aber was zusammenbrauen, und wie! Vielleicht fühlt sich der in der Scheiße Liegende zur braunen Kacke hingezogen, oder verweigert sich der Demokratie durch Verwahrlosung, geistiger wie körperlicher. Schöner Nährboden, das.</p>
<p>Es wird viel gekocht im Fernsehen, gerade im privaten. Wer als Betroffener bisher Rezepte für die armselige Weihnachtsküche und gegen einen deprimierend leeren Gabentisch vermisst hat, hier kommen sie! Mehr noch: ein Aufruf! Zieht euch warm und vor allem möglichst gut an. Denn wir sind keine Bettler. Wir wollen nur etwas Buntes auf dem Teller haben, vielleicht auch noch was für unsere Familien, kleine Geschenke, ein bisschen Wohlfühlen zu Weihnachten. Selbst die für ihre grandiosen Wohltaten berühmten großen Unternehmen lassen uns da auf breiter Front allein. Oder hat schon mal jemand was vom tollen Vodafone-Weihnachtsgans-Essen gehört? Oder vom gemütlichen Advents-Singen für Bedürftige bei Burda im Kreis seiner tollen Bambis? Selbst Volkswagen (!) schickt zu allen möglichen Events Flotten von Limousinen ins Land, leider nicht zu den Suppenküchen, JobCentern und den feurigen Parties in sozialen Brennpunkten.</p>
<p>Das ist dann doch zu nah, unbequeme Fragen, Menschen mit konkreten Anliegen, ach Gottchen. Da spenden sie lieber für afrikanische Kinder (schön weit weg!), Aids-Kranke (soviel Toleranz muß sein!) oder irgendeinen Flecken im Amazonas-Regenwald, den eh keiner kontrollieren kann. Alles zweifellos ehrenwert, aber leider zu durchsichtig.</p>
<p>Na gut, wenn keiner zu uns kommt, kommen wir zu ihnen! Also, macht euch auf, geht hin zur SPD, zu VW, zu BMW, zu Mercedes, in die Rathäuser, zu Chanel, Gucci und allen anderen, die was haben. Werdet freundlich vorstellig und verweist einfach darauf, dass der Staat kein Weihnachtsgeld verteilt. Verlangt höflich aber bestimmt nach Geschenken, die sie alle dicke gebunkert haben. Okay, kostet Mut. Aber ohne Mut keine Veränderung. Und wer sich alleine nicht traut, nimmt noch ein paar Gleichgesinnte mit, vielleicht sogar eine Kamera – Öffentlichkeit macht sich immer gut. Da kommen sie ins Schwitzen! Und sagt mir Bescheid. Ich komm mit!!</p>
<p>Aber passt auf! Unser wunderbarer, demokratischer Staat hat noch ein besonders garstiges Geschenk zum neuen Jahr parat, mit dem er sich praktisch selbst ein Stück mehr abschafft: das Vorratsdatenspeicherungsgesetz. Ist noch Zeit, das Unwort des Jahres zu küren? Wer vorgibt, mit so einem Terror den Terrorismus zu bekämpfen, der sollte sich tatsächlich mal die Bibel und die Zehn Gebote zur Hand nehmen. Warum? Nun, da steht: Du sollst nicht lügen! Also: Steigt auf die Spitzdächer der Weihnachtsmärkte und ruft die Wahrheit aus! Frohe Weihnachten wünscht euer Dichter!!</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Die Würde des Menschen ist antastbar. Greifen Sie zu!</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Apr 2008 17:21:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolfhunger</dc:creator>
				<category><![CDATA[GeschichtenKURZ]]></category>
		<category><![CDATA[Sacco & Vanzetti]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Fortsetzungsgeschichte, dritter und letzter Teil. Die ersten beiden erschienen in der März- und der August-Ausgabe.
Laßt euch eins sagen: Mit dem Schreiben Geld zu verdienen, das dauert. Gibt Abkürzungen, die heißen Vater oder Mutter Schauspieler, Schriftsteller oder alternativ beste Beziehungen, vorzugsweise auf hohem, finanziell abgesichertem Niveau. Auch hilfreich: Wunderkind, keinesfalls älter als 25. Nicht zu [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wolfhunger.wordpress.com&blog=2589057&post=20&subd=wolfhunger&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><strong>Eine Fortsetzungsgeschichte, dritter und letzter Teil. Die ersten beiden erschienen in der März- und der August-Ausgabe.</strong></p>
<p>Laßt euch eins sagen: Mit dem Schreiben Geld zu verdienen, das dauert. Gibt Abkürzungen, die heißen Vater oder Mutter Schauspieler, Schriftsteller oder alternativ beste Beziehungen, vorzugsweise auf hohem, finanziell abgesichertem Niveau. Auch hilfreich: Wunderkind, keinesfalls älter als 25. Nicht zu vergessen: besonders Schreckliches erlebt, der Nährboden medienwirksam bereitet vom Boulevard und dann ernten, ernten, ernten.</p>
<p>Der Dichter hat derlei nicht zu bieten, die Hauptstadt mit Kulturfürst Wowi dem Ersten keine anständige Künstlerförderung und aus Karlsruhe kräht das Verfassungsgericht: Schluß mit der vielen, unnötigen Kultur! Bleibt nur der Gang zum Topf, aus dem die dünne Suppe gelöffelt wird, die der Kapitalismus gerade so übrig hat für die Unnützen, die Aufdertascheliegenden, die nicht mehr Ausbeutbaren. Also auch für mich. Erstmal rankommen an die Almosen des Staates. In Berlin haben sie sich die gefühlt längste Telefonnummer der Welt geben lassen: 01801-00259303807. Hmh, bin ich der Einzige, der bei diesem Endloswurm an ultrateure Sex-Hotlines denkt? Aha, hier ist ein Sternchen hinter der Nummer. Wird mir bestimmt verraten, was mich ein Anruf kosten wird. Im Kleingedruckten verraten sie´s: Entgelt entsprechend der Preisliste Ihres Teilnehmernetz-Betreibers. Willkommen in Absurdistan!</p>
<p>Jetzt nur nicht vertippen bei den vielen Zahlen. Geschafft! Am anderen Ende der Leitung meldet sich eine freundliche Stimme mit frechem märkischem Akzent: Antrag? Schicken wir Ihnen sofort zu. Danke. Fünf Tage später ist er da, mit Datum einen Tag nach meinem Anruf. Ach so, private Post, billiger wohl. Frist bleibt jedoch die gleiche.</p>
<p>Fülle Zeile für Zeile gewissenhaft aus, nur keinen Fehler machen. Hosen runter, hilft ja nichts. Und ja nicht den Postweg gehen, lieber persönlich vorstellig werden. Wann mag die Schlange vor dem Club der Verlierer nicht bis zum Mond reichen? Ich entscheide mich für Dienstag Vormittag. Nachmittags werden generell keine Audienzen vergeben. Haben sie sich vom Papst abgeguckt oder so.</p>
<p>Es ist Sommer in Berlin, 27°. Mitte ist groß, mit Wedding dazu noch größer und irgendwo am Ende vom Ganzen hat sich das JobCenter angesiedelt. Monströs. Fahrtkosten? Nun machen sie mal keinen Aufstand! Schließlich sind wir das größte JobCenter Deutschlands, jawoll!! Könnse auch mal ein bisschen stolz drauf sein und bitteschön ohne Murren bis zur nächsten Straßenecke anstehen. Nach ner halben Stunde in der sengenden Sonne verfluche ich nicht nur den Staat, sondern auch den Sommer. Irgendwann bin drin, am Ende eines abgesteckten Parcours, der sich durch den stickigen Empfangsbereich windet, wo ein Konzentrat aus allen nur denkbaren menschlichen Ausdünstungen wie eine Wand steht. Schlangestehen, sehr anschaulich vermittelt. Woran erinnert mich das bloß? Auschwitz, nein, zu hart, vergast werden die Vergessenen selbst im reanimierten Manchester-Kapitalismus dann doch nicht. Viehgatter sind´s! Selektion der Reihe nach, kein Ausbrechen möglich, stoisch und brav anstehen wie ein Schaf. Scheren, melken, Schnauze halten!</p>
<p>Die meisten Schafe halten still, nur nicht unangenehm auffallen, könnte ja negativ ausgelegt werden. Geht überhaupt schnell hier mit der Einschüchterung. Auch ich füge mich dem Lämmerzug, schaue mich um, ob da nicht irgendwo Kameras lauern. Andere, offensichtlich Stammkunden, fühlen sich fast wie zu Hause. Über alle Abgrenzungen hinweg wird sich lautstark begrüßt, abgeklatscht, palavert. Oft in Sprachen, die ich nicht verstehe. Zwei, drei bedürftige Schafe vor mir dämmert eine käsebleiche, furchterregend abgemagerte Gestalt vor sich hin, und man ist schon ganz bange, dass dieses sich offensichtlich im Endstadium einer unheilbaren Krankheit befindliche Knochengerüst einfach zusammenfällt. Gerade musste er vom Hintermann angestubst werden, als unerwartet Leben in ihn fährt. Am Ende des Trecks hat er einen Typen entdeckt, der ebenfalls nicht übermäßig gesund ausschaut, aber stramm an seiner Bierflasche festhält. Über die Gatter fliegen ein paar Wortfetzen hin und her, und schon wechseln zehn Euro und eine Zehnerpackung Tabletten die Besitzer. Scheint niemanden zu stören.</p>
<p>Nach anderhalb Stunden stehe ich vor einem dickbäuchigen Einweiser, der überraschenderweise kein Bolzenschussgerät parat hat. Er winkt nur zum nächsten freien Platz durch. Frau hinter Schalter sieben: Alle Unterlagen dabei? Ja, alle. Gut, gehen Sie über den Hof zum Wartebereich für Erstantragsteller. Den Hof finde ich prompt, aber der ist verdammt groß und plötzlich ohne viehtriebartige Einzäunungen. Hinweise, Schilder? Abwesend. Da hinten, rechts von mir, ist reges Treiben, also hin da. Irrsinn, die ganzen Gänge. Hier und da computerausgedruckte Hinweise, versprengte Wartende, auf den Boden starrende Schafsgesichter, furchtvoll dem Schlachten durch einen übelgelaunten Sachbearbeiter entgegensehend. Kinder, die aus diesem Gefängnis davonlaufen wollen, Mütter, die sie tadelnd wieder einfangen.</p>
<p>Bin ich hier richtig? Da geht eine Tür im kafkaesken Gang auf, sieht aus wie ein Sachbearbeiter. Entschuldigung, bin ich hier richtig? Kurzer Blick auf meinen Warteschein. Knappe Antwort: Steht doch drauf, werden aufgerufen. Die Grundformen menschlichen Miteinanders scheinen hier außer Kraft gesetzt. Türen schlagen, ein vollzähliger Familienclan wandert in eine rein, kommt kurze Zeit später wieder raus, alle schimpfen, gestikulieren, unschöne Worte fallen. Höre so was wie erneut falsche Unterlagen, kein Geld und überprüfe fix noch mal meine Unterlagen. Komplett? Ja, weiß nicht, hoffentlich. Immer wieder diese Türen, aus denen Namen gebellt werden. Meiner, nein, neben mir steht ein älterer Mann auf, den ich schon für eine Skulptur hielt. Wie naiv, Kunst ist hier ebenso fern wie Menschlichkeit. Endlich bin ich dran. Im Zimmer sitzen zwei Figuren, die sich von denen auf dem Gang in nichts unterscheiden. Guter Mensch der ich bin, denke ich, die waren vielleicht auch mal und haben jetzt wieder Arbeit. Figur links bietet mir einen durchgefurtzen Stuhl an. Rechte Figur studiert eine Akte und rülpst herzhaft. Mahlzeit, sage ich. Nichts regt sich an ihm, keine Antwort, kein Lächeln. Doch ein Bronzeabguß des alltäglichen Wahnsinns?</p>
<p>Figur links geht gemächlich meine Unterlagen durch, goutiert sie und verspricht baldige Bearbeitung. Das sieht dann so aus: drei Wochen später ein Schreiben. Tonfall: Sie werden aufgefordert&#8230;.haben eine Mitwirkungspflicht&#8230;.sonst keine Leistungen. Und bitteschön die Frist einhalten! Unterlagen fehlen! Als wenn´s Hitler und die DDR nie gegeben hat.</p>
<p>Wieder hin, diesmal Freitag. Selber Viehtrieb, Stunde ausharren. Alle Unterlagen dabei, voller Hass, bereit zu allem, Kafka grüßt aus dem Grau der Gänge, Kinderkreischen, dann mein Name. Und – oho – sowas wie eine Erklärung. Da ist wohl was falsch gelaufen. Und meine Miete? Nächste Woche ist der Bescheid da, versprochen. Geld kam nächste Woche tatsächlich. Und dann drei Bescheide im Zwei-Tage-Rythmus. Das System spielt verrückt, ein einziger Fehler. So wie wir einer sind, der sich erdreistet, den Sozialstaat in Anspruch zu nehmen. Und der Preis dafür? Unsere Würde. Für ein bisschen Geld, das die Erfinder dieser großartigen Reform trotz Rauswurf ausm Amt, und rechtmäßiger Verurteilung immer noch minütlich im Schlaf verdienen, wenn sie ihre gut genährten Körper im Designer-Bett umdrehen. Vielleicht sollten wir auch mal ganz ungeniert zugreifen, wenn es um unsere im Grundgesetz verbrieften Menschenrechte geht. In einem der reichsten Länder der Welt, wohlgemerkt. Könnte ja sein, dass nicht nur das Geld ungerecht verteilt ist, sondern auch die Würde.</p>
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		<title>Kurzstrecke Berlin</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Apr 2008 14:14:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolfhunger</dc:creator>
				<category><![CDATA[LyrikNEU]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzstrecke]]></category>

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		<description><![CDATA[Das beste Gitarrensolo aller Zeiten, das Taxi leuchtete von Weitem
Der russische Fahrer wollte dazu singen, bitte nur fortbringen
Seine Stimme war voller Wodka, träumte ich zumindest, komm Kalottka
Meine Seele gefüllt mit Gin, das wusste ich bestimmt
Das Leder war nicht echt, der Tachostand auch nicht, schon recht
Wen interessiert das zwischen Himmel und Erde, ich werde
Vorbei an Honeckers [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wolfhunger.wordpress.com&blog=2589057&post=18&subd=wolfhunger&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Das beste Gitarrensolo aller Zeiten, das Taxi leuchtete von Weitem<br />
Der russische Fahrer wollte dazu singen, bitte nur fortbringen</p>
<p>Seine Stimme war voller Wodka, träumte ich zumindest, komm Kalottka<br />
Meine Seele gefüllt mit Gin, das wusste ich bestimmt</p>
<p>Das Leder war nicht echt, der Tachostand auch nicht, schon recht<br />
Wen interessiert das zwischen Himmel und Erde, ich werde</p>
<p>Vorbei an Honeckers Palast, am Tor der Sieger, Geschichte mit Ballast<br />
Zwei Kilometer, Speers Boulevard inklusive Putten, Sehnsucht mit Nutten</p>
<p>Und im Auto zwei Herren Murx, gemessen an ihrem Börsenkurs<br />
Nicht kalkuliert das Tier in mir, meine Kinder, die Träume, wo sind wir?</p>
<p>Aussteigen, jetzt, Bezahlung ohne Sorgen, weiter bitte Richtung Morgen<br />
Den Moment der Abrechnung, noch mal hinausschieben, nein kein Stunk</p>
<p>Captain, laß mich nicht allein in der Not, Scotty, beam me up, Gagarin tot<br />
Die Erde vom Weltraum magisch, von hier unten tragisch</p>
<p>Aha, Doktor der Philosophie, ich Master of Idiotie, Geld kommt nie<br />
Termingerecht  sind nur die Mahnsachen, laß uns lachen</p>
<p>Der Russe kann nicht nur Saxofon, auch Oboe und Klavier, so alone<br />
Oh ja, englisch, schärfer als Goethe, schneller als Schiller, alles menschlich</p>
<p>Die Kollegen in der Fußgängerzone, singen so schwermütig, bitte ohne<br />
billige Klischees, der Mann am Lenkrad macht klar, was ist wahr</p>
<p>Tief in der Nacht, grenzwertig Ost und West, alle Damönen hellwach<br />
Wer von uns ist der Despot, wer der glückliche Verlierer, wer killt ohne Not?</p>
<p>Sich selbst, sein Leben, seine Familie, morgen kommt ein neues Seebeben<br />
Die Zeitungen voll mit Heuchelei, wir auch, die Zukunft einerlei</p>
<p>Als Zocker setzen wir alles, gleich rechts abbiegen, die Begierde des Mannes<br />
Der Kreisverkehr dreht sich um sich selbst, wenn du keine Fragen stellst</p>
<p>Bist Du mein bester Freund, jetzt gar nichts mehr sagen, nicht versagen<br />
Die Fahrt ist beendet, Schuld und Sühne bleiben, die Sonne blendet</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Macht, nichts</title>
		<link>http://wolfhunger.wordpress.com/2008/04/11/macht-nichts/</link>
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		<pubDate>Fri, 11 Apr 2008 14:13:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolfhunger</dc:creator>
				<category><![CDATA[LyrikNEU]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[Da stehste nun
Am Ende deines Lebens
Lutsch am Lauf
Meiner Wut
Spür den Schlag
Meiner Ohnmacht
Wo sind die Millionen?
Ach, du weißt es nicht
Was soll das jetzt?
Hast in die Hose gepisst
Wisch es auf
Mit nem Stapel Hunderter
Ich hol gleich ein paar Straßenkinder
Die hauen dir das Grinsen ausm Gesicht
Mußte es zu lange ertragen
16 Jahre in den Nachrichten
Dein fetter Körper
Wohl genährt von der [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wolfhunger.wordpress.com&blog=2589057&post=17&subd=wolfhunger&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Da stehste nun<br />
Am Ende deines Lebens</p>
<p>Lutsch am Lauf<br />
Meiner Wut</p>
<p>Spür den Schlag<br />
Meiner Ohnmacht</p>
<p>Wo sind die Millionen?<br />
Ach, du weißt es nicht</p>
<p>Was soll das jetzt?<br />
Hast in die Hose gepisst</p>
<p>Wisch es auf<br />
Mit nem Stapel Hunderter</p>
<p>Ich hol gleich ein paar Straßenkinder<br />
Die hauen dir das Grinsen ausm Gesicht</p>
<p>Mußte es zu lange ertragen<br />
16 Jahre in den Nachrichten</p>
<p>Dein fetter Körper<br />
Wohl genährt von der Korruption</p>
<p>Hier ist ein Telefon<br />
Ruf deinen Anwalt an</p>
<p>Er ist dein größter Fan</p>
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		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Kleines Krebsmädchen</title>
		<link>http://wolfhunger.wordpress.com/2008/04/11/kleines-krebsmadchen/</link>
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		<pubDate>Fri, 11 Apr 2008 14:02:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolfhunger</dc:creator>
				<category><![CDATA[LyrikNEU]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Mama, ich hab es genau gehört
Du bist ja so verdammt froh
dass der kleine kahle Klotz am Bein weg ist
Weißte Mama, das war nicht schön
als alles so schwarz wurde
Immer mehr Erde fiel auf mich herab
Sonne dich nur im Licht des Lebens
Ich werde zurückkehren
dir die Früchte meines Zorns bringen
Sie werden sehr bitter schmecken
Wirst den scheißteuren Tofuwürfel [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wolfhunger.wordpress.com&blog=2589057&post=16&subd=wolfhunger&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Liebe Mama, ich hab es genau gehört<br />
Du bist ja so verdammt froh<br />
dass der kleine kahle Klotz am Bein weg ist</p>
<p>Weißte Mama, das war nicht schön<br />
als alles so schwarz wurde<br />
Immer mehr Erde fiel auf mich herab</p>
<p>Sonne dich nur im Licht des Lebens<br />
Ich werde zurückkehren<br />
dir die Früchte meines Zorns bringen</p>
<p>Sie werden sehr bitter schmecken<br />
Wirst den scheißteuren Tofuwürfel ausspucken<br />
der plumpst wie ein Geschwür aufs edle Porzellan</p>
<p>Ich setze dann mein anissüßes Kinderlächeln auf<br />
Meine Schnute formt sich zauberhaft<br />
und flüstert ausm Krebsmädchenhimmel Mama Ego ins Ohr:</p>
<p>Wie cool!</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Tanz der wilden Hure in meinem Kopf</title>
		<link>http://wolfhunger.wordpress.com/2008/04/11/tanz-der-wilden-hure-in-meinem-kopf/</link>
		<comments>http://wolfhunger.wordpress.com/2008/04/11/tanz-der-wilden-hure-in-meinem-kopf/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 11 Apr 2008 14:00:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolfhunger</dc:creator>
				<category><![CDATA[LyrikNEU]]></category>
		<category><![CDATA[Hure]]></category>

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		<description><![CDATA[Herzlich willkommen, da biste endlich wieder, schon vermisst
Die verdammte Vernunft wird langsam ungeduldig
Blökt wie ein braves Schaf nach Futter für den Verstand, kennen wir
Hast doch nen wunderbaren Hebel zur Hand
Leg ihn einfach um, sind wir wieder unter uns
Im Privatclub, wo die Vernunft am Türsteher scheitert
Geht los, die Party, schwingst die Hüften wie der junge Elvis
hast [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wolfhunger.wordpress.com&blog=2589057&post=15&subd=wolfhunger&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Herzlich willkommen, da biste endlich wieder, schon vermisst<br />
Die verdammte Vernunft wird langsam ungeduldig<br />
Blökt wie ein braves Schaf nach Futter für den Verstand, kennen wir<br />
Hast doch nen wunderbaren Hebel zur Hand<br />
Leg ihn einfach um, sind wir wieder unter uns<br />
Im Privatclub, wo die Vernunft am Türsteher scheitert</p>
<p>Geht los, die Party, schwingst die Hüften wie der junge Elvis<br />
hast spitze Titten, kirschrote Lippen, Zehnzentimeterhacken<br />
schwarze Nylons, Spitzenhandschuhe, turmhohe Perücke<br />
deine Spinnenhände greifen nach mir, laden mich ein<br />
auf nen Tänzchen, so ganz unter uns, egal, wer führt<br />
stehen wir im Scheinwerferlicht des Theaters meines Lebens</p>
<p>Beide besoffen vom billigen Rausch, wollen doch Goldglitter<br />
Hängt leider schon in den weihnachtlichen Schaufenstern der Handy-Läden<br />
Worüber sprechen wir? Zu welchem Tarif? Centgenaues Geflüster<br />
Über unser Geschäft, kleiner Tauschhandel, mein bürgerliches Ich<br />
für ein Lächeln am Tresen der ganz großen Gefühle<br />
Sitzen ne Menge Typen dran und rufen nach dir, ja nach dir</p>
<p>An der Bar kriegen sie alle das Heulen, winseln nach Freiheit<br />
Hol mich raus aus der blöden Hamstermühle, dem ewig ratternden Rad<br />
meiner Frau, den beiden Kindern, liebe sie alle, hasse das Ganze<br />
So viele Münder, Schläfen, Herzen, alles Zielscheiben für meine Pistole<br />
Kommt ihr noch mit euren Huren und Versen<br />
Nach nem Tag, an dem ich wieder und wieder Staub gefressen hab</p>
<p>Läuft gerade aus dem Ruder, das Gedicht, Steuermann und Kapitänshure<br />
Lenken rechtzeitig ein in den Hafen tätowierter Matrosen, tragen Flugzeuge<br />
Taufen neue Tötungsmaschinen, durchschneiden feierlich das Band<br />
zwischen euch und uns, Sex und Liebe, Zuhause und Heimat<br />
Sitzen zwischen den Stühlen, fingern zwischen den Matratzen, lecken ins Leere<br />
und haben als Waffe nen Dildo im Anschlag, dem wir richtig Strom geben</p>
<p>Da steh ich nun, unter tausend Volt, der Tanz wird härter, schneller, bizarrst<br />
Meine Hure verkleidet sich als Papst, setzt mir ein Kardinalskrönchen aufs Haupt<br />
Gerade hat sie mich ernannt, fordert sie per Dekret den perfekten Raub<br />
am Körper, am Geld, an allem, was ich habe, plus Geheimzahl obendrauf<br />
Hockt auf meinen Skrupeln, schwarz wie ein Rabe, krakeelt sie siegessicher<br />
das Lied der manischen Lebenslust, mit Pfandschein auf meine Reue</p>
<p>Die doch nie von langer Dauer ist, weiß sie ganz genau, die großartige Hure<br />
Wie sie da so souverän in ihrem Spinnennetz lauert, hängen alle Vorsätze drin<br />
Fliege Drogen, Mücke Drinks und Käfer Nikotin zappeln wie blöd<br />
und ahnen – wie die gefeselten Nachbarn – doch nur eins:<br />
Gleichgewicht verloren, Seiltanz total sinnlos, Salto höchstens für die Galerie</p>
<p>Ich bin ich, ihr auch am Ende, zusammen insolvent auf dem Strich der Träume</p>
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			<media:title type="html">wolfhunger</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Tränen hinter der videoüberwachten Tür</title>
		<link>http://wolfhunger.wordpress.com/2008/04/11/tranen-hinter-der-videouberwachten-tur/</link>
		<comments>http://wolfhunger.wordpress.com/2008/04/11/tranen-hinter-der-videouberwachten-tur/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 11 Apr 2008 13:47:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolfhunger</dc:creator>
				<category><![CDATA[LyrikNEU]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Konsum]]></category>

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		<description><![CDATA[In Nerz und Nike
Stammeln sie Müll, der nicht entsorgt wird
Zwei Sitze, brandneuer Sportwagen
Wo soll da noch Platz für die Wirklichkeit sein?
Das Geld beschleunigt sich auf 250 km/h
Meine Klimaanlage und ich
Die Fassade hat der Architekt verchromt
Drunter gammelt eine mumifizierte Moral
Wohlfühlen in der Pflicht des DAX
Im Schweiße des ängstlichen Angesichts
Arbeit und Zukunft verpflichten
Man ist scheiße, aber gut [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wolfhunger.wordpress.com&blog=2589057&post=14&subd=wolfhunger&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>In Nerz und Nike<br />
Stammeln sie Müll, der nicht entsorgt wird</p>
<p>Zwei Sitze, brandneuer Sportwagen<br />
Wo soll da noch Platz für die Wirklichkeit sein?</p>
<p>Das Geld beschleunigt sich auf 250 km/h<br />
Meine Klimaanlage und ich</p>
<p>Die Fassade hat der Architekt verchromt<br />
Drunter gammelt eine mumifizierte Moral</p>
<p>Wohlfühlen in der Pflicht des DAX<br />
Im Schweiße des ängstlichen Angesichts</p>
<p>Arbeit und Zukunft verpflichten<br />
Man ist scheiße, aber gut bezahlt</p>
<p>Aufgeblendete Augen<br />
Überholen bei Bedarf rechts von der Mitte</p>
<p>Das Kreuz mit Montblanc<br />
Für das Versprechen der Steuerfreiheit</p>
<p>Aber die Sicherheit muß ne Bank sein<br />
Beschützt doch bitte die Elite, jetzt!</p>
<p>Hier hat jeder seine Chance, nur zugreifen<br />
Klar, dass ein wenig Opportunismus hilft</p>
<p>Die Welt schon längst ein Dorf<br />
Treffpunkt Internet, wir mailen uns!</p>
<p>Du triffst sie auf allen Ebenen<br />
Sind zu allem fähig, nur nicht zum Blick</p>
<p>In die Gosse Ihres eigenen Ichs</p>
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			<media:title type="html">wolfhunger</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Meisterprüfung</title>
		<link>http://wolfhunger.wordpress.com/2008/04/11/meisterprufung/</link>
		<comments>http://wolfhunger.wordpress.com/2008/04/11/meisterprufung/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 11 Apr 2008 13:45:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wolfhunger</dc:creator>
				<category><![CDATA[LyrikNEU]]></category>

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		<description><![CDATA[Meine liebe Rasierklinge, heute Nacht kannst du mich ohne Schaum treffen
will dich richtig scharf machen
mein Hals ist bereit, aufgeschlitzt zu werden
Von links nach rechts, von rechts nach links, such es dir aus, ich bin so weit
will nen Schnitt machen
noch mal neu anfangen, du verstehst
Muß ich bluten für, keine Frage, also, komm meine kleine geile Klinge
schneid [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wolfhunger.wordpress.com&blog=2589057&post=13&subd=wolfhunger&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Meine liebe Rasierklinge, heute Nacht kannst du mich ohne Schaum treffen<br />
will dich richtig scharf machen<br />
mein Hals ist bereit, aufgeschlitzt zu werden</p>
<p>Von links nach rechts, von rechts nach links, such es dir aus, ich bin so weit<br />
will nen Schnitt machen<br />
noch mal neu anfangen, du verstehst</p>
<p>Muß ich bluten für, keine Frage, also, komm meine kleine geile Klinge<br />
schneid mir jetzt das Geschwür der Probleme ab<br />
trenn das gesunde Fleisch von den Wunden</p>
<p>Ich verlange eine Blutwäsche, mindestens, bin ein Rockstar ohne Hits<br />
singe selbstverständlich jeden Gassenhauer mit<br />
hit me with your razor blade</p>
<p>Sex´n´n drugs ´n´rock´n roll, alte Nummer, sei mein Groupie, reiß mich auf<br />
und trenn die ollen Zöpfe ab<br />
du hast ja schon seit der neuesten Mode keine mehr</p>
<p>Der Cut geht diese Saison in Stufen, meine letzten Haare fallen wie Urwaldbäume<br />
sind genauso alt wie ich, Jahresringe beachten!<br />
und die Umwelt setzt mir genauso heftig zu</p>
<p>Hast du sie gut geschliffen, die Klinge? Eine neue Frisur ist mir zu wenig<br />
ein neuer Kopf vielleicht zu viel<br />
zweigeteilter Körper wäre wünschenswert</p>
<p>Oben der Gute, unten der Böse, vertikal der gute Mensch von Sezuan<br />
horizontal der Tiger von Eschnapur<br />
und in der Mitte mit Reißverschluß</p>
<p>Teile mich genau dort und bau mir nen Wiederverschließbaren ein<br />
man kann ja nie wissen<br />
ob der aktuelle Schnitt am Ende wirklich sitzt</p>
<img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/wolfhunger.wordpress.com/13/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/wolfhunger.wordpress.com/13/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/wolfhunger.wordpress.com/13/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/wolfhunger.wordpress.com/13/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/wolfhunger.wordpress.com/13/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/wolfhunger.wordpress.com/13/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/wolfhunger.wordpress.com/13/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/wolfhunger.wordpress.com/13/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/wolfhunger.wordpress.com/13/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/wolfhunger.wordpress.com/13/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/wolfhunger.wordpress.com/13/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/wolfhunger.wordpress.com/13/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wolfhunger.wordpress.com&blog=2589057&post=13&subd=wolfhunger&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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