Hier im Osten stehen Kelche voller Wut zum Ausschlürfen bereit
Süchtig nuckeln sie an den billigen Versprechen aus Plastik und Glas
nachmittags in schrille Autos eingeladen, vorn orange, hinten pink
Sind am Abend immer noch gefräßige Löcher offen, riesenmaulgroß
Bereit, die Leere zu schlucken, die einfach nicht zu stopfen ist
Auf dem Marktplatz verbündet sich ein Pubertierender prügelnd mit anderen Postpunks, denen die Revolte abhanden gekommen ist, aber nicht das Bier
Auf der Nase hat er einen funkelnden Fujijama-Pickel, die weißgelbe Haube
glänzt wie eine polierte Glatze in entzündeten Landschaften rechts der Elbe
Immer auf der Hut vor einem faschistischen Furunkel, das jederzeit platzen kann
Dabei hat er gestern noch nen netten Nazi getroffen, der war einfach da, wo er war
In der Bar am Ende der Straße, wo jeden Abend eine broilerbraune Frau sitzt
Ihr Herz ist sehnsüchtig und käuflich, ein geiles Schnäppchen ist die!
20% auf alles heute Abend, nochmal 50%, wenn du mit ihr nach Hause gehst
Rabattschlachten, Jahrzehnte nach dem Krieg rollt die rote Sonderangebots-Armee
Walzt Häuser, Bäume und Träume nieder, ebnet weite Felder, keine Rücksicht!
Da gedeihen 1a Neurosen, vor Jahren ausgesäät, jetzt saftig und erntereif
In der Kanone nur Platzpatronen, aus Rücksicht auf die unvermeidlichen Opfer
Natürlich explodieren hier keine Bomben mehr, nur Existenzen pulverisieren sich
zu Fußnoten im Feinstaub der Statistik, werden zu Menschenmüll entsorgt
Aber die echten Granaten, na, die stehen stramm da und machen sich gerade fertig
die Ohnmacht der einfachen, traumakapitalisierten Soldaten zu mindern
Das Wochenende ruft seit Mittwoch nach der ganz großen Liebe
mit freiem Eintritt, Sondersauftarifen für das hübsche Bombengeschwader
Auf das es in den rudernden Armen der lallenden Kriegsversehrten landet
Die Sowjetunion hat euch entlassen, ihr seid frei!
